Schilddrüsenunterfunktion – Was steckt dahinter?

Die Schilddrüse ist ein hochkomplexes Organ – die Wissenschaft hat lange gebraucht, Ihre eigentliche Bedeutung vollständig zu entschlüsseln, ihre letzten Geheimnisse hat sie bis heute nicht preisgegeben. Sie produziert unter anderem zwei Hormone, das Thyroxin und das Trijodthyronin, beides wichtige Garanten für einen funktionierenden Energiestoffwechsel, das Knochengerüst und viele weitere wichtige Funktionen des menschlichen Organismus. Fehlen diese Hormone, zum Beispiel weil die Schilddrüse sie nicht mehr richtig produziert oder weil das Organ ganz oder teilweise entfernt wurde, müssen Sie über spezielle Medikamente ergänzt werden. Dies sollte ausschließlich auf ärztliche Verordnung hin und nur sehr eingeschränkt über verschreibungsfreie Nahrungsergänzungsmittel geschehen. Helfen kann auch die richtige Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion.

Jod bei Schilddrüsenunterfunktion – ja oder nein?

Neben einer entsprechenden Autoimmun-Erkrankung, einer Schilddrüsenoperation oder einer Behandlung mit Radiojod kann auch Jodmangel in der Ernährung als Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Bei schwachen Formen der Schilddrüsenunterfunktion lässt sich diese mit der Verabreichung von Jod daher gut behandeln – bei schwereren Fällen der Unterfunktion ist die Einnahme von Medikamenten jedoch unerlässlich. Vorbeugen lässt sich eine derartige Schilddrüsenunterfunktion mit einer ausreichend jodhaltigen Ernährung. Dabei ist es jedoch für gesunde Menschen nicht nötig, zusätzliches Jod in Form von Tabletten einzunehmen, da wir ohnehin zumeist jodhaltiges Salz zum Kochen verwenden und zahlreiche unserer alltäglichen Lebensmittel zusätzlich mit Jod angereichert sind. Insgesamt zählt ein Jodmangel in der Ernährung jedoch eher zu den selteneren Auslösern einer Schilddrüsenunterfunktion.

 

 

Die häufigste Ursache einer primären Unterfunktion und chronischen Entzündung der Schilddrüse ist dagegen die Autoimmun-Erkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, deren Ursachen bisher nicht abschließend erforscht sind. Gegenüber der positiven Wirkung von Jod bei einer ‚normalen’ Schilddrüsenunterfunktion steht ein erhöhter Jodverzehr im Zusammenhang mit Hashimoto immer wieder im Verdacht, für einen vorzeitigen Ausbruch oder eine Verschlechterung der Krankheit zu sorgen. Dies gilt nach aktuellem Forschungsstand jedoch nur für solche Menschen, bei denen bereits eine entsprechende genetische Veranlagung vorliegt. Um eine passende Therapie zu gewährleisten, ist es daher essentiell, die Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion gründlich durch den Arzt abklären zu lassen.

 

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion: Die richtigen Spurenelemente und Mineralstoffe

Wer die richtige Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion zur Maxime seines Speiseplans machen muss, sollte auf eine ausgewogene Ernährung und (in Einschränkungen) auf jodhaltige Lebensmittel achten und zudem den Medikamentenempfehlungen des behandelnden Arztes folgen.

Da die Schilddrüse Jod benötigt, um ausreichend Hormone zu bilden, sollte man hinsichtlich der richtigen Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion darauf achten, eine vernünftige, wenn auch nicht übertriebene Menge Jod zu sich zu nehmen. Gute Jodquellen sind zahlreiche Fischsorten sowie jodiertes Salz. Demgegenüber sollten Sie den Verzehr eben dieser Lebensmittel bei Hashimoto einschränken.

Von einem übermäßigen Verzehr von Sojaprodukten ist für Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion eher abzuraten, da sie die Funktion und Aktivität der Schilddrüsenhormone zusätzlich einschränken können.

Selen- und Zinkmängel, wichtige Spurenelemente für den Schilddrüsenstoffwechsel, treten häufig gemeinsam mit einer Schilddrüsenunterfunktion auf. Achten Sie daher darauf, etwa 30 bis 70 Mikrogramm Selen (enthalten in Fleisch, Fisch, Sesam, Gerste, Sonnenblumenkernen, Petersilie) und 7 bis 11 Milligramm Zink (Quellen sind Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Fleisch, Fisch) täglich einzunehmen. Diese sollten Sie vorrangig über natürliche Lebensmittel decken, da insbesondere eine übermäßige Einnahme von Selen zu einem erhöhtem Risiko führen kann, an Diabetes zu erkranken.

Zusätzlich empfiehlt es sich, für eine ausreichende Zufuhr von Magnesium und Vitaminen (insbesondere die Vitamine B12, A, E sowie D) zu sorgen, da sich diese positiv auf die Symptome der Erkrankung (unter anderem Müdigkeit, Lichtempfindlichkeit, Stoffwechselanomalien) auswirken.

Schilddrüsenhormone sind keine Schlankheitsmittel!

Wer regelmäßig Thyroxin einnehmen muss, zumeist ein Leben lang, weiß auch, dass das Hormon den Energiehaushalt des Körpers beschleunigen kann. Dieser Umstand wird oftmals mißverstanden und das Hormon daher als Schlankheitspille eingesetzt: Hiervor muss nachdrücklich gewarnt werden. Denn erstens kann eine Überdosierung ohne ärztliche Überwachung nie kontrolliert werden und im schlimmsten Fall zum Tode führen und zweitens tritt nach einer neueren Untersuchung eher das Gegenteil des Gewünschten ein, nämlich eine Gewichtszunahme.